Glaube daran – Lebe danach – Sei bereit dafür zu Opfern

Das islamische Testament

Ibn `Umar, Allahs Wohlgefallen auf beiden, berichtete: Der Gesandte Allahs, Allahs Segen und Heil auf ihm, sagte: „Es ist nicht richtig, dass ein Muslim, der etwas besitzt, über das er ein Vermächtnis machen will, zwei Nächte verbringt, ohne dass er bei sich ein von ihm schriftlich niedergelegtes Testament bewahrt.”

[Sahih Muslim Nr. 3074 (im Arabischen)]

(Die Pflicht dazu ist nur dann fällig, wenn Besitztum vorhanden ist.)

Jeder kann ein Testament verfassen, Juristen nennen das „Testierfreiheit“. Ein Testament kann ohne Einschaltung irgendwelcher Urkundebehörden oder anderen Einrichtungen erstellt werden. Notwendig ist, dass es eigenhändiggeschrieben und unterschrieben ist. Ein Testament, welches maschinell geschrieben und handschriftlich unterschrieben wurde, ist nicht ausreichend. Der ganze Text muss handschriftlich geschrieben sein. Ansonsten ist das Testament von vorneherein nichtig. Die zweite Art von Testamenten sind die notariell beglaubigten, d.h. eine öffentliche Stelle muss tätig werden. Beim Notar hat der Erblasser jedoch 3 verschiedenen Möglichkeiten sein Testament zu verfassen. Erstens die mündliche Erklärung, zweitens ein offenes Schriftstück oder drittens ein verschlossenes Schriftstück. Das übergebene Schriftstück kann maschinell geschrieben sein. Das notariell beglaubigte Testament hat den Vorzug, dass man sich beraten lassen kann. Zudem ist es sicherer, damit es nicht verfälscht oder beiseite geschafft werden kann. Allerdings entstehen Kosten.

Der Vorteil eines nicht beglaubigten Testamentes ist, dass man es, je nach Gegebenheit, leicht und zu jeder Zeit ändern bzw. aktualisieren kann. Man sollte ein Testament immer mit Vor- und Zunamen unterschreiben. Sonderfall Minderjährige: Diese Personengruppe (16 bis 18-Jährige) können nur ein notariell beglaubigtes Testament erstellen. Man will dadurch eine intensive Beratung sicherstellen.

Ein Testament darf in jeder beliebigen Sprache verfasst sein, man sollte nur darauf achten, dass die Ernsthaftigkeit nicht in Frage gestellt wird.

Nach der Sunna des Propheten s.a.s. (Sunna ist ebenso ein Ausspruch des Propheten s.a.s.) sollte jeder Muslim ein Testament machen. Die Gelehrten stimmen jedoch darin überein, dass es zu den empfohlenen Handlungen gehört, seinen Besitz noch zu Lebzeiten zu verschenken.

Wenn man in einem Land begraben wird, wo der Islam nicht Staatsreligion ist, sollte man ein Testament dazu nutzen, auf bestimmte Dinge hinzuweisen. Wie z.B.:

– die Durchführung einer islamischen Bestattung

– die Einhaltung des islamischen Erbrechts

Im Quran findet man dazu: „Es ist euch vorgeschrieben, dass, wenn sich bei einem von euch der Tod einstellt, sofern er Gut hinterlässt, den Eltern und den Verwandten auf geziemende Art ein Vermächtnis gemacht wird. Dies ist eine Verpflichtung gegenüber den Gottesfürchtigen.“ (2:180)

Der Prophet salla Allahu alaihi wa salam sagte:

„Der Muslim beerbt nicht den Kafir und der Kafir beerbt nicht den Muslim.“ (Bukhari / Muslim)

Allah schreibt euch hinsichtlich eurer Kinder vor: Auf eines männlichen Geschlechts kommt (bei der Erbteilung) gleichviel wie auf zwei weiblichen Geschlechts. Sind es aber (nur) Frauen, mehr als zwei, sollen sie zwei Drittel der Hinterlassenschaft erhalten. Ist es nur eine, soll sie die Hälfte haben. Und jedes Elternteil soll den sechsten Teil der Hinterlassenschaft erhalten, wenn er (der Verstorbene) Kinder hat; hat er jedoch keine Kinder, und seine Eltern beerben ihn, steht seiner Mutter der dritte Teil zu. Und wenn er Brüder hat, soll seine Mutter den sechsten Teil, nach Bezahlung eines etwa gemachten Vermächtnisses oder einer Schuld, erhalten. Eure Eltern und eure Kinder – ihr wisset nicht, wer von beiden euch an Nutzen näher steht. (Dies ist) ein Gebot von Allah; wahrlich, Allah ist Allwissend, Allweise.(4:11)

Und ihr bekommt die Hälfte von dem, was eure Frauen hinterlassen, falls sie keine Kinder haben; haben sie aber Kinder, dann erhaltet ihr ein Viertel von ihrer Erbschaft, nach allen etwa von ihnen gemachten Vermächtnissen oder Schulden. Und ihnen steht ein Viertel von eurer Erbschaft zu, falls ihr keine Kinder habt; habt ihr aber Kinder, dann erhalten sie ein Achtel von eurer Erbschaft, nach allen etwa von euch gemachten Vermächtnissen oder Schulden. Und wenn es sich um einen Mann handelt – oder eine Frau -, dessen Erbschaft geteilt werden soll, und der weder Eltern noch Kinder, aber einen Bruder oder eine Schwester hat, dann erhalten diese je ein Sechstel. Sind aber mehr (Geschwister) vorhanden, dann sollen sie sich ein Drittel teilen, nach allen etwa gemachten Vermächtnissen oder Schulden, ohne Beeinträchtigung – (dies ist) eine Vorschrift von Allah, und Allah ist Allwissend, Milde. (4:12)

Erbanteile

Saa’d Ibn Waqqas hat Folgendes berichtet: „Als ich erkrankte hat mich der Prophet (Allahs Segen und Friede auf ihm) besucht. Er sagte zu mir: „Hast du dein Vermächtnis gemacht?“ Ich sagte: „Ja. Mein ganzes Geld ist für die Armen und auf dem Wege Allahs zu spenden.“ Er sagte: „Spende das Zehntel“ Ich sagte: „O Gesandter von Allah! Ich habe viel Geld und meine Erben sind reich.“ Er blieb dabei, den Spendeanteil zu vermindern und ich erwähnte ihm jedes Mal einen anderen Anteil den er wieder verminderte, bis er sagte:„ Hinterlasse das Drittel für sie, und das Drittel ist zuviel.“(Buchari und Muslim)

Demnach kann man nur über ein Drittel seines Erbes frei verfügen. Wenn also der Erblasser mehr als ein Drittel einer Person oder Institution außerhalb der Familie vermacht, haben die Erbberechtigten die Möglichkeit, ihren Anspruch geltend zu machen.

Der Erblasser kann in seinem Testament festlegen, bestimmten Familienangehörigen einen höheren Erbanteil zukommen zu lassen. Er kann jedoch keinen rechtlich festgelegten Erbberechtigten von seinem Erbe ausschließen oder seinen Anteil reduzieren.

Der Prophet s.a.s. sagte: „Allah war großzügig mit euch, als Er euch erlaubte ein Drittel eures Vermögens nach eurem versterben zu spenden, um eure guten Taten zu vermehren.“ (Ibn Maajah, al-Wasaayaa, 2700; von al-Albaani als hasan klassifiziert in Saheeh Sunan Ibn Maajah, no. 2190)

Im nachfolgenden Link ist ein islamisches Testament von Shaykh Al-Albaani. Jeder Muslim ist vor Allah für sich selber verantwortlich, deshalb verweise ich darauf, trotz der ehrenwerten Stellung des Shaykhs, nicht blind zu folgen, sondern etwaige Vorlagen die benutzt werden, auf der Basis von Quran und Sunna, nach bestem Wissen und Gewissen zu überprüfen und der stärkeren Meinung zu folgen.

Link: Das islamsiche Testament

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