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Das Urteil über das Verkaufen und Verwenden von Muskatnuss

 

Frage (Nr. 39408):

Wie lautet das Urteil über die Verwendung von Muskatnuss beim Kochen? Ist es erlaubt, ihn in Parfüm-Shops zu verkaufen oder nicht? Oder ist es harām, ihn zu essen und zu verkaufen, wie es bei Khamr (Alkohol) der Fall ist?

Antwort:

Alles Lob gebührt Allāh.

Der Muskatnussbaum ist seit frühen Zeiten bekannt und seine Früchte wurden als Gewürz verwendet, welches den Speisen einen angenehmen Geruch verleiht sowie einen hervorragenden Geschmack. Die frühen Ägypter nutzen sie als Medizin bei Magenkrankheiten und um Blähungen zu vertreiben.

Der Muskatnussbaum erreicht eine Höhe von rund 10 Metern und ist immergrün. Seine Früchte ähneln Birnen und wenn sie reif sind, sind sie von einer harten Schale umhüllt. Diese Früchte sind bekannt als Muskatnuss. Sie werden in Gebieten am Äquator, wie Indien, Indonesien und Sri Lanka, angebaut.

Seine Auswirkungen sind denen von Haschisch ähnlich. Wenn er in großen Mengen genossen wird, hört der Mensch in seinen Ohren ein Geräusch, er leidet unter Verstopfung, hat Schwierigkeiten beim Urinieren, Angstzustände, Stress, möglicherweise eine Störung des zentralen Nervensystems und kann sogar sterben.

Hinsichtlich der Regeln darüber, waren die Gelehrten unterschiedlicher Ansicht und vertraten zwei Meinungen. Die Mehrheit der Gelehrten hat den Standpunkt, dass es harām ist, es in kleinen Mengen zu verwenden wie auch in großen Mengen. Andere sind der Meinung, dass es erlaubt ist, ein wenig zu verwenden, wenn es mit anderen Substanzen vermischt wurde.

Ibn Hajar al-Haytami (gestorben 974 a. H.) sagte über Muskatnuss: „Als es einen Disput darüber unter den Gelehrten von Haramayn und Ägypten gab und sie verschiedene Meinungen vertraten, ob es nun halāl ist oder harām, kam folgende Frage auf: Sagte irgendeiner der Imām oder ihrer Anhänger, dass es harām sei, Muskatnuss zu essen? Um die Antwort zusammenzufassen – wie deutlich von Scheikh al-Islam ibn Daqīq al-Eid gesagt wurde – es ist ein Rauschmittel. Ibn al-`Imād ging noch weiter und betrachtete Haschisch als damit vergleichbar. Die Mālikis, Schāfi`is und Hanbalis stimmten dem zu, dass es ein Rauschmittel ist, und sortierten es unter folgendem allgemeinem Text ein: „Jedes Rauschmittel ist Khamr und Khamr ist harām.“  Die Hanafis waren der Ansicht, dass es entweder ein Rauschmittel oder eine Droge ist, was beides den Verstand beeinflusst, und somit ist es auf jeden Fall harām.“

Siehe al-Zawājir `an Iqtirāb al-Kabā’ir (1/212) und al-Mukhaddirāt von Muhammad `Abd al-Mas`ūd (S. 90).

Während der achten Konferenz des medizinischen Fiqh – „Die islamische Sicht zu einigen gesundheitlichen Problemen – harām und unreine Substanzen in Lebensmitteln und Medizin“ – die in Kuwait zwischen dem 22. und 24. Dhu-l-Hijjah 1415 n. H. (22.-24. Mai 1995) abgehalten wurde, wurde gesagt: „Berauschende Substanzen sind harām und es ist nicht erlaubt, sie zu konsumieren, außer zu einem spezifischen medizinischen Zweck und in der von einem Arzt festgelegten Menge. Doch sie sind an sich rein (tāhir). Es ist nichts Falsches daran, Muskatnuss dazu zu verwenden, den Geschmack des Essens zu verbessern, in kleinen Mengen, die keinen Rausch oder Apathie verursachen.“

Scheikh Dr. Wahbat al-Zuhayli sagte: „Es gibt keinen Grund, warum eine kleine Menge Muskatnuss nicht verwendet werden sollte, um den Geschmack von Speisen, Keksen und Ähnlichem zu verbessern, doch eine große Menge ist harām, da es ein betäubendes Mittel ist.“

Doch um auf der sicheren Seite zu sein, sollten wir sagen, dass es nicht erlaubt ist, auch wenn es mit anderen Dingen vermischt oder nur in kleinen Mengen verwendet wird, denn „was in großen Mengen berauscht, davon ist eine kleine Menge harām.“

Es sollte angemerkt werden, dass es verboten ist, Muskatnuss – sowohl die Samen als auch das Pulver – in das Land der zwei Heiligen Moscheen (d. h. Saudi Arabien) zu importieren. Es ist nur zum Import gestattet, wenn es mit anderen Gewürzen in erlaubten Anteilen, nämlich nicht mehr als 20%, vermischt wurde.

Und Allāh weiß es am besten.

Islam Q&A

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