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Imām adh-Dhahabī (673 – 749 n.H. / 1275 – 1348 n.Ch.)

Imām Muĥammad Ibn Aĥmad Ibn ’Uthman Ibn Qaymaz Ibn ’Abdullah Schamşu d-Dīn Abu ’Abdullah at-Turkmanī ad-Dijarbakrī al-Fariqī al-Dimaschqī adh-Dhahabī asch-Schāfi’ī wurde „Scheich des Islams“ genannt. Er war einer der größten Ĥadīth-Gelehrten der islamischen Geschichte. Er war Historiker, Biograph und führende Autorität bezüglich der Lesarten des Qur`āns.

Seine Abstammung:             Er wurde in Damaskus 673 n.H. (1275 n.Ch.) geboren, wo seine Familie seit seinem Großvater ’Uthmān lebte. Er nannte sich manchmal selbst Ibn adh-Dhahabī („Sohn des Goldschmieds“) in Bezug auf den Beruf seines Vaters.

Sein Studium und seine Lehrer:                 Er begann seine Ĥadīth-Studien im Alter von achtzehn Jahren, reiste von Damaskus nach Baalbek, Homs, Hama, Aleppo, Tripoli, Nablus, Ramallah, Kairo, Alexandria, Jerusalem, in den Hidjaz und zu ca. 30 anderen Orten. Danach kehrte er nach Damaskus zurück, wo er unterrichtete und viele Bücher verfasste und weltweite Bekanntheit erlangte.

Zu adh-Dhahabīs bedeutendsten Lehrern in den Fächern Ĥadīth und Fiqh gehören:

Aĥmad Ibn Muĥammad Ibn ’Abdullah al-Ĥalabi, al-Abarquhi, Aĥmad Ibn Işĥāq Ibn Muĥammad al-Mişri (gest. 701 n.H.), Scheich al-Islam Ibn Daqiq al-’Id, den er in seiner Jugend Abu l-Fatĥ al-Quschayri nannte, später Ibn Wahb. Als adh-Dhahabī erstmals zu Ibn Daqiq al-’Id kam, um Ĥadīth zu studieren, fragte ihn dieser: „Wer ist Abu Muĥammad al-Hilali?“ Adh-Dhahabī antwortete richtig: „Şufyan Ibn ’Ujajna.“, Scharafuddin ad-Dimdjati, ’Abdulmu`min Ibn Chalaf, die führende ägyptische Autorität seiner Zeit für Ĥadīth. Qadi al-Qudat („Richter der Richter“), Fahnenträger der Şunnah, mein Lehrer (arab. Scheich)“ Djamaluddin Abu l-Ma’ali Muĥammad Ibn ’Ali al-Anşari al-Zamalkani ad-Dimaschqi asch-Schafi`i (gest. 727 n.H.), Imām Taqiyuddin Ibn Taimiyah, aber noch weitere mehr.

Einige Äußerungen von Ĥadīth-Gelehrten über adh-Dhahabī:

1.         Sein Schüler Ibn aş-Şubki sagte: „Unsere Zeit wurde mit vier großen Ĥadīth-Gelehrten gesegnet: al-Mizzi, al-Birzali, adh-Dhahabī und mein Vater, Scheich und Imām (Taqiyuddin aş-Şubki). Was unseren Scheich Abu ’Abdullah (adh-Dhahabī) anbelangt, ist er ein Ozean (des Wissens) ohnegleichen, eine Kostbarkeit und eine Zuflucht in schwierigen Zeiten, der beste der lebenden Gelehrten bezüglich des Aufschreibens von Wissen, das Gold unserer Zeit in Geist und Wissenschaft. Er ist der führende Gelehrte in der Wissenschaft, die Überlieferer bewertet (arab. al-Djarĥ wa t-Ta’dīl) […] und derjenige, der uns in dieser Kunst ausbildet und uns darüber hinaus auf das Niveau der Gelehrten bringt – möge Allah ihn reichlich belohnen!“

2.         Ein anderer seiner Schüler, Şalaĥuddin aş-Şafadi, sagte: „Bevor ich sein Schüler wurde, las ich viele seiner Werke und fand in ihm weder die Starrheit (arab. Djumud), die viele Ĥadīthgelehrte kennzeichnet, noch die Schwerfälligkeit, die viele Übermittler besitzen. Vielmehr vermittelt er einfach und verständlich und sehr kompetent die Aussagen der Gelehrten und Rechtsschulen der Salaf und der Autoritäten in ’Aqidah und Fiqh. Was mich am meisten erfreute, war die Sorgfalt, die er in seinen Werken zeigte. Immer wenn er einen Hadith erwähnte, gab er dazu an, ob dieser schwach bezüglich seines Matn (Texts), seiner Überlieferungskette oder eines der Überlieferer in der Kette ist. Bei keinem anderen habe ich solch eine Sorgfalt im Zitieren erlebt.“[1]

3.         Amir al Mu`minin (Befehlshaber der Gläubigen) [2] im Ĥadīth, Ibn Hadjar al-’Asqalani sagte über ihn: „Er war der produktivste Gelehrte seiner Zeit. Die Menschen verlangten nach seinen Büchern, reisten zu diesem Zweck zu ihm und brachten sie durch lesen, abschreiben und mündliche Überlieferung in Umlauf.“ [3] „Er ist unter denen, die sich im Bereich der absoluten Meisterschaft bzgl. der Überliefererkritik befinden.“ [4]

4.         Aş-Şachawi sagte: „Um die Höhe seiner Stellung in der Wissenschaft nachzuvollziehen, genügt es zu wissen, dass das Bittgebet unser Lehrers (Ibn Hadjar), nachdem er Zamzam-Wasser getrunken hatte, war, dass Allah ihn adh-Dhahabīs Stufe in den Ĥadīthwissenschaften erreichen lasse.“ [5]

5.         Aş-Şuyuti sagte: „Ĥadīthwissenschaftler stützen sich heutzutage in den Bereichen Überliefererkritik und anderer verwandter Felder auf vier Autoritäten: al-Mizzi, adh-Dhahabī, al-’Iraqi und Ibn Hadjar.“ [6]

6.         Asch-Schaukani sagte: „Alle seiner Bücher sind gut erhalten und es wird nach ihnen verlangt […]. Er ist im Allgemeinen die Basis für die Historiker, die nach ihm lebten. Niemand hat soviel wie er in dieser Wissenschaft zusammengetragen.“ [7]

 

 

_________________________________________

[1] Aş-Şafadi in al-Wafi bi l-Wafayat, Band 2, S. 163

[2] Amir al-Mu`minin ist der Titel in der Ĥadīthwissenschaft, der den Ĥadīthgelehrten der allerhöchsten Kategorie gegeben wird. Dazu gehört z. B. al-Buchari. Zu dieser Kategorie gehört, wenn jemand alle berichteten Ĥadīthe (ca. 800.000) mit ihren Überliefererketten kennt und sich zusätzlich hervorragend in allen Disziplinen der Ĥadīthwissenschaft auskennt. Gelehrte der zweithöchsten Kategorie, wie schon erwähnt, werden Ĥakim („Der Regierende“) genannt.

[3] Ibn Hadjar in ad-Durar al-Kaminah, Band 3, S. 426-427

[4] Ibn Hadjar in Scharĥ an-Nuchba (S. 136)

[5] Aş-Şachawi in al-I’lan (S. 76).

[6] Aş-Şuyuti in Tabaqat al-Ĥuffadh (S. 518).

[7] Asch-Schaukani in al-Badr at-Tali` (S. 627)

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