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Scheich Ibn al-’Uthaimin (1347 – 1421 n.H. / 1929 – 2001 n.Ch.)

Er ist der ehrenwerte Scheich, der Gelehrte und Wissenschaftler, der Religiöse und Enthaltsame, Muĥammad Ibn Şaliĥ Ibn Muĥammad Ibn Şulaiman Ibn ’Abdu-Raĥman al-’Uthaimin aus al-Wahbah. Er wurde in der Nacht zum 27. Ramadan, 1347 n.H. (8. März 1929) in ’Aniezah – eines der Städte von al-Qaşim – in Saudi-Arabien geboren.

Sein Vater – möge Allah mit ihm gnädig sein – hat bereits schon früh dafür gesorgt, dass er den edlen Qur`an bei seinem Großvater mütterlicherseits ’Abdu-Raĥman Ibn Şulaiman ad-Daamiĝ – möge Allah mit ihm gnädig sein – lernt. Dann lernte er das Schreiben, etwas Mathematik und die pädagogischen Texte in der Schule des Lehrers ’Abdul-’Aziz Ibn Şaliĥ ad-Daamiĝ – möge Allah ihn beschützen. Und das, bevor er in die Schule des Lehrers ’Ali Ibn ’Abdullah asch-Schuĥaitan – möge Allah mit ihm gnädig sein – kam, wo er dann schließlich den edlen Qur`an komplett auswendig gelernt hat, während er noch nicht einmal vierzehn Jahre alt war.

Durch die Leitung seines Vaters – möge Allah mit ihm gnädig sein – fing er dann an nach Wissen der islamischen Rechtslehre (Scharī’ah) zu streben. Zu dieser Zeit unterrichtete der ehrenwerte Gelehrte Scheich ’Abdu-Raĥman Ibn Naşir aş-Şa’di – möge Allah mit ihm gnädig sein – die Lehren der islamischen Rechtslehre und Arabisch in al-Djami’ al-Kabīr in ’Anīzah. Er hat zwei seiner großen Studenten [2] abgeordert, um die Neulingen zu lehren. Somit wandte er sich den Lehrkreisen von Scheich Muĥammad Ibn ’Abdul-’Aziz al-Matuu’ – möge Allah mit ihm gnädig sein – zu, bis er dort das Wissen über den Tauĥīd, al-Fiqh und der arabischen Grammatik verinnerlicht hat.

Danach nahm er aktiv an den Lehrkreisen des Gelehrten Scheich ’Abdu-Raĥman Ibn Naşir aş-Şa’di – möge Allah mit ihm gnädig sein – teil. Er lernte bei ihm at-Tafşīr, al-Ĥadīth, aş-Şīrah an-Nabawiyah, den Tauĥīd, al-Fiqh, al-Uşul, al-Fara`id und die arabische Grammatik.

Scheich ’Abdu-Raĥman Ibn Naşir aş-Şa’di war also sein erster Lehrer. Von ihm nahm er soviel Wissen, wie er von keinem anderen nach ihm wieder genommen hat. Dabei war Scheich Ibn ’Uthaimin sehr angetan von dessen Methodik, seiner Befestigung, die Art und Weise seines Lehrens und sein Befolgen der klaren Beweise.

Als Scheich ’Abdu-Raĥman Ibn ’Ali Ibn ’Uidaan – möge Allah mit ihm gnädig sein – Richter in ’Anīzah wurde, lernte er bei ihm die Lehre der Pflichten (al-Fara`id) und bei Scheich ’Abdu-Razzaq ’Ufaifi – möge Allah mit ihm gnädig sein – die Lehre der arabischen Grammatik und der Rhetorik, als auch dieser in ’Aniezah unterrichtete.

Als dann das Institut für islamische Wissenschaften in Riyad gegründet wurde, haben ihm einige seiner Geschwister [2] geraten, sich dort einzuschreiben. Er fragte jedoch erst einmal seinen Scheich ’Abdu-Raĥman Ibn Naşir aş-Şa’di um dessen Erlaubnis. Als dieser ihm die Erlaubnis dazu gab, schrieb er sich dort von 1372 – 1373 n.H. (1953 – 1954) ein. In diesen zwei Jahren, die er dort verbracht hat, lernte er bei mehreren Gelehrten, die dort tätig waren, wie zum Beispiel der Gelehrte des Tafşīr Scheich Muĥammad al-Amin asch-Schanqiti, Scheich ’Abdul-’Aziz Ibn Naşir Ibn Raschid und der Ĥadīth-Gelehrte Scheich ’Abdu-Raĥman al-Ifrīqi – möge Allah mit ihnen allen gnädig sein.

Während dieser Zeit nahm er auch Kontakt zum ehrenwerten Gelehrten Scheich ’Abdul-’Aziz Ben Baz – möge Allah mit ihm gnädig sein – auf, bei dem er dann in seiner Moschee Şaĥiĥ al-Buchari und die Briefe vom Scheich des Islam Ibn Taymiyah gelernt hat. Er zog auch großen Nutzen von seinem Wissen bezüglich den Ĥadīthen und der Sichtweise der Gelehrten der Rechtsschulen. Scheich ’Abdul-’Aziz Ben Baz – möge Allah mit ihm gnädig sein – zählt zu seinem zweiten Scheich, von dem er Wissen genommen und von dem geprägt wurde. Dann kehrte er 1374 n.H. (1955) wieder nach ’Aniezah zurück, um dort weiter bei seinem Scheich ’Abdu-Raĥman Ibn Naşir aş-Şa’di zu studieren. Dieses Institut für die Lehren der Scharī’ah war eine Fakultät der islamischen Imam Muĥammad Ibn Şa’uud Universität. Dort erhielt er am Ende auch die höhere Auszeichnung dieser Universität.

Sein Scheich fixierte sich dann auf ihn, da er seine Vorzüglichkeit und seine enorme Aufnahmefähigkeit für Wissen schnell erkannt hatte. Er ermutigte ihn dazu, selbst zu lehren, obwohl er selber zu dieser Zeit noch ein Student von ihm war. Somit fing er 1370 n.H. (1951) dann auch im Institut al-Djami’ al-Kabīr in ’Aniezah an zu lehren. Als er an der wissenschaftlichen Fakultät in Riyad graduierte, wurde er schließlich im Jahre 1374 n.H. (1955) am wissenschaftlichen Institut in ’Aniezah zum Lehrer ernannt.

Im Jahre 1376 n.H. (1957) verstarb sein Scheich der Gelehrte ’Abdu-Raĥman Ibn Naşir aş-Şa’di – möge Allah mit ihm gnädig sein. Er übernahm seinen Posten als Imam des Instituts al-Djami’ al-Kabīr in ’Anīzah. Als die Anzahl der Studierenden rapide anstieg, verlagerte der ehrenwerte Scheich seinen Unterricht von der Bücherei in die Moschee dieses Instituts. Die Anzahl der Studenten wuchs jedoch explosionsartig an, sodass an manchen Unterrichtsreihen mehrere hundert Studenten teilnahmen. Er blieb dort der Imam und Lehrer, bis er verstarb. Außerdem lehrte er an der Fakultät für Scharī’ah und Uşul ad-Din in al-Qaşim, die zur islamischen Imam Muĥammad Ibn Şa’uud Universität gehört, bis er verstarb. Weiter gab er seit 1402 n.H. (1982) Unterricht in den Zeiten des Ĥajd (Pilgerfahrt) und in Ramadan in der heiligen Moschee in Mekka und in der Moschee des Propheten – möge Allah ihn loben und Heil schenken – in Medina bis er verstarb.

Scheich Ibn al-’Uthaimin – möge Allah mit ihm gnädig sein – starb in Djedda am Mittwoch, den 25. Schual, 1421 n.H. (20. Januar 2001) nach Maĝreb. Auf ihm wurde dann das Totengebet nach dem ’Aşr-Gebet in der heiligen Moschee in Mekka verrichtet. Tausende kamen zum Totengebet und zur Beerdigung. Er wurde dann in Mekka begraben. Am darauf folgenden Freitag beteten die Muslime überall in den Moscheen des Königreichs Saudi-Arabien das Totengebet (Şalat al-Ĝa`ib) auf ihn. Möge Allah mit ihm gnädig sein.

 

 

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[1] Diese waren Scheich Muĥammad Ibn ’Abdul-’Aziz al-Matuu’ und Scheich ’Ali Ibn Muĥammad aş-Şaaliĥi – möge Allah mit ihnen gnädig sei

[2] Diese war Scheich ’Ali Ibn Aĥmad aş-Şaaliĥi – möge Allah mit ihm gnädig sein


Scheich ‘Abdul-‘Azīz Ben Bāz (1330 – 1420 n.H. / 1912 – 1999 n.Ch.)

‘Abdul-‘Azīz Ben ‘Abdullah Ben ‘Abdur-Raĥmān Ben Muĥammad Ben ‘Abdullah Ben Bāz. Er wurde im Monat Dhū l-Ĥidjah im Jahre 1330 n.H. (1912 n.Ch.) in der Stadt Riyad geboren. Er konnte am Anfang noch sehen, doch dann erkrankte er im Jahre 1346 n.H. (1927 n.Ch.) an seine Augen. Sein Sehvermögen wurde dadurch schwächer. Im Jahre 1350 n.H. (1931 n.Ch.) verlor er dann ganz das Augenlicht und wurde blind.

Er lernte den Qur`ān auswendig, bereits vor seiner Jugend und hat dann intensiv angefangen, bei den Gelehrten in Riyad nach Wissen zu streben. Als er ein enormes Wissen in der Scharī’ah-Wissenschaft und in der arabischen Sprache vorweisen konnte, wurde er im Jahre 1350 n.H. zum Richter ernannt. Er verbrachte Tage und Nächte damit, nach Wissen zu suchen und zu studieren, dabei interessierten ihn keine Positionen, sodass er dadurch mehr und mehr Klarheit (basseera) hatte und sich ein tiefgreifendes Wissen aneignen konnte.

Er lernte bei zahlreichen großen Gelehrten, wie Scheich Muĥammad Ibn Ibrāhīm Ibn ‘Abdul-Latīf Āl Scheich. Scheich Ben Bāz sagte über ihn: „Ich nahm mehr als zehn Jahre regelmäßig an seinen Sitzungen teil. Ich habe bei ihm alle Wissenschaften der Scharī’ah gelernt, angefangen im Jahre 1347 n.H. bis 1357 n.H.“

Scheich Ben Bāz sagte über sich selbst: „Mein Madhhab in Fiqh ist der Madhhab von Imām Aĥmad Ibn Ĥanbal, möge Allah mit ihm gnädig sein. Doch nicht auf dem Wege des blinden Folgens, sondern dem Befolgen der Uşūl, auf dem er sich befand. Was jedoch die Angelegenheiten anbetrifft, in denen Meinungsverschiedenheit herrscht, so ist hier mein Manhadj das, was die Beweise bevorzugen. Auch bezüglich der Fatwā gilt hier dasselbe. Er kann dem Madhhab der Ĥanābilah entsprechen, muss aber nicht, denn die Wahrheit hat mehr Anspruch darauf, befolgt zu werden.“

Der Scheich hatte verschiedene Posten gehabt. Ihre letze war der Posten des Großmuftis vom Königreich Saudi Arabien. Außerdem war er auch Mitglied in zahlreichen wissenschaftlichen und islamischen Gremien.

Er hat auch zahlreiche Bücher verfasst und Fatāwāş herausgebracht. Diese Fatāwāş wurden in mehreren Bändern gedruckt.

Er, möge Allah mit ihm gnädig sein, starb am Donnerstag, den 27.01.1420 n.H. (12.05.1999 n.Ch.) nach dem Fadjr-Gebet. Das Totengebet wurde dann für ihn am Freitag in der Moschee al-Ĥarām verrichtet. Er wurde im Friedhof al-‘Adl in Mekka beigesetzt. Möge Allah mit ihm gnädig sein und ihm die höchsten Ebenen im Paradies schenken.


PDF Das Gebet des Propheten, von Naasir-ud-Diin el-Albaani



(Allahs Segen und Friede sei auf ihm)

beschrieben

Vom Anfang (Takbiir) bis zum Ende (Tasliim), als ob du es sehen würdest

Asch-Schaikh Muhammad Naasir-ud-Diin el-Albaani


Parfümieren der Verstorbenen

Parfümieren der Verstorbenen und das Auftragen von Bukhoor auf die Leichentücher für Männer und Frauen.

Alles Lob gebührt Allaah.

Erstens:

Es ist Mustahabb die Verkleidung zu parfümieren, egal ob der Verstorbene ein Mann oder eine Frau ist. Dies wird durch die Sahieh Sunnah aufgezeigt. Es ist erwiesen, in den Saheehayn, dass der Prophet (salla Allahu alaihi wa sallam) den Frauen anordnete, die seine Tochter gewaschen haben etwas Kampfer oder ein wenig Kampher bei der letzten Waschung beizumengen . Berichtet von al-Bukhaari, 1253; Muslimisch, 939. Kampher ist eine Art von Parfüm.

Al-Haafiz sagte in al-Fath:

Es wird gesagt, dass der Grund, warum Kampfer verwendet wird, obwohl es ein Parfum ist, aufgrund (mehr …)


Ist es erlaubt, den Quran zu lesen, während eine Frau ihre Menstruation hat?

Alles Lob gebührt Allah.

Dies ist eine der Angelegenheiten, in der die Gelehrten (möge Allah ihnen barmherzig sein) unterschiedliche Meinungen vertraten.

Die Mehrheit der Fuqaha sagt, dass es für eine Frau haram ist, den Quran während der Zeit ihrer Periode zu rezitieren, bis sie wieder tahir (rein) ist. Die einzigen Ausnahmen machen sie im Falle des Dhikr (des Gedenkens an Allah) und bei Ausdrücken, die nicht als Tilawa (Rezitation) gedacht sind, wie das Sagen von „Bismillahi-r-Rahmani-r-Rahim“ oder „Inna Lillahi wa inna ilaihi rajiun“ oder weitere Ausdrücke aus dem Quran, die als allgemeine Dua wiederholt werden.

Sie gründen ihren Beweis des Verbots für menstruierende Frauen, den Quran zu rezitieren, auf verschiedenen Dinge, einschließlich der folgenden: (mehr …)


Die Zeit von Fajr und Fehler in einigen Zeitplänen

Alles Lob gebührt Allah.

Beachte , das die Zeit vom Fajr Gebet beginnt, sobald die zweite Dämmerung beginnt, welches die weiße Linie ist, die waagrecht rechts und links entlang des Horizonts verläuft. Diese Zeit dauert, bis die Sonne aufgeht.

Die erste Dämmerung ist die falsche Dämmerung, die Weisheit erscheint senkrecht im Himmel, wie Säulen. Dies geschieht etwa zwanzig Minuten vor der wahren Dämmerung und es nimmt zu und ab je nach Jahreszeit.

Es ist bekannt, das die Regelung an der wahren Dämmerung angewandt wird, nicht an der falschen.

Es gibt viele Ahaadeeth die von den zwei Dämmerungen sprechen, so wie die folgenden: (mehr …)


Islamisches Wissensspiel ١

Die Teilnahemfrist für das Gewinnspiel ist beendet, inshAllah wird bald ein neues eröffnet. Die Teilnehmer werden über ihren Gewinn per E-Mail in den kommenden Tagen informiert. Die Antworten werden baldmöglichst auf der Seite des Gewinnspiels veröffentlicht

Vorab erst die Antworten der Fortgeschrittenen Kategorie, die beiden anderen werden in den kommenden Tagen folgen:

Zu vergeben sind in der Kategorie: (mehr …)


Fällige Gebete aufgrund von Menstruation und Wochenbett

Ihre Menstruation fing nach der Gebetszeit an, sollte sie das Gebet nachholen, sobald ihre Menstruation vorbei ist?

Alles Lob gebürt Allah.

Erstens:

Wenn die Periode nachdem die Zeit für ein Gebet begonnen hat kommt, und genug Zeit verging, um eine Rak’ah zu beten, solltest du es nachholen, sobald du rein geworden bist, (d.h. sobald die Periode endet). Shaykh Muhammad ibn Saalih al-‘Uthaymeen rh wurde befragt über eine Frau die ihre Tage bekam, als genug Zeit für eine Rak’ah verging: Hat sie das Gebet nachzuholen? (mehr …)


Meine Gnade überwiegt Meinen Zorn

Beschreibung: Wie sich die Gnade Gottes zeigt, sowie Beispiele von der Gnade des Propheten salla Allahu alaihi wa sallam und seiner Gefährten.

“Die Bereitwilligkeit zu vergeben und nicht zu bestrafen“ ist eine Definition, die häufig für das Wort Gnade verwendet wird, aber was bedeutet Gnade im Islam?

Mit dem Islam wurde der Gnade eine tiefere Bedeutung gegeben, die einen lebendigen Aspekt im Leben eines jeden Muslim schafft, denn er wird dafür belohnt, wenn er sie zeigt.

Gottes Gnade, die Er allen Seinen Geschöpfen erweist, können wir in allem erkennen, das wir betrachten: in der Sonne, die Licht und Wärme bereithält, und in der Luft und im Wasser, die für jegliches Leben notwendig sind.

Ein ganzes Kapitel im Qur´an wurde nach der göttlichen Eigenschaft Ar-Rahman oder „der Allerbarmer“ benannt. Auch zwei von Gottes Eigenschaften werden von dem Wort für Gnade abgeleitet. Es sind Ar-Rahman und Ar-Rahim, sie bedeuten „der Allerbarmer“ und „der Barmherzige“. Diese beiden Eigenschaften sind es, (mehr …)


Muharram und Aschura

Schaich Muhammad Salih al-Munadschid

– Die Vorzüge vermehrten freiwilligen Fastens im Monat Muharram

– ALLAH erwählt Zeiten und Orte nach Seinem Willen

– Aschura in der Geschichte

– Die Vorzüge des Fastens am Tag von Aschura

– Wann ist Aschura?

– Gründe, warum es wünschenswert ist, auch am Tasu`a zu fasten

– Das Fasten ausschließlich am Tag von Aschura

– Das Fasten am Tag von Aschura wenn er auf einen Sonnabend oder Freitag fällt

– Was ist zu tun, falls Unsicherheit über den Monatsbeginn besteht

– Wofür ist das Fasten an Aschura eine Wiedergutmachung?

– Sich zu sehr auf die Belohnung für das Fasten verlassen

– Das Fasten an Aschura, wenn man noch Tage vom Ramadaan nachzuholen hat

– Verbreitete Bid`a (Neuerungen) an Aschura



Im Namen ALLAHs, des Barmherzigen, des Allerbarmers

Die Vorzüge in ALLAHs heiligem Monat Muharram und des Fastens am Tag von Aschura

 

Gepriesen sei ALLAH, Herr der Welten, und Friede und Segen seien auf unserem Propheten Muhammad, Siegel der Propheten, und auf seiner Familie und seinen Gefährten. ALLAHs heiliger Monat Muharram ist ein gesegneter und wichtiger Monat. Er ist der erste Monat des Hijri-Kalenders und ist einer der vier heiligen Monate, über die ALLAH sagt (ungefähre Bedeutung):

„Die Anzahl der Monate bei Allah beträgt zwölf Monate nach der Bestimmung Allahs seit dem Tag, als Er die Himmel und die Erde erschuf. Davon sind vier geheiligt (unverletzlich). Dies ist das rechte Gesetz. Darum tut euch darin nicht selbst Unrecht. …“ (9:36)

Abu Bakr (möge ALLAH mit ihm zufrieden sein) berichtete, daß der Prophet (ALLAHs Friede und Segen auf ihm) sagte:

„Das Jahr hat zwölf Monate, von denen vier heilig sind, die drei aufeinander folgenden Monate Dhul Qa`da, Dhul Hijja und Muharram, und Rajab Mudar, welcher zwischen Jumaada und Scha`baan liegt.“ (Überliefert von Bukhari, 2958)

Muharram wird so genannt, weil er ein gesegneter Monat (=muharram) ist und um seine Heiligkeit zu bekräftigen.

ALLAHs Worte (ungefähre Bedeutung) „…Darum tut euch darin nicht selbst Unrecht. …“

bedeuten, daß das Sündigen in diesen Monaten noch schlimmer ist, als in den anderen Monaten.

Es wurde berichtet, daß Ibn Abbaas sagte, dieser Satz ALLAHs gelte für jeden Monat, aber diese vier Monate wurden besonders hervorgehoben und geheiligt, so daß Sünden in diesen Monaten besonders schwer wiegen, während gute Taten größere Belohnung bringen. Qataada sagte bezüglich dieses Satzes, daß Fehlverhalten während der heiligen Monate ernster und sündiger sei als zu irgendeiner anderen Zeit. Fehlverhalten ist immer eine ernste Sache, aber ALLAH gibt Seinen Befehlen das Gewicht nach Seinem Ermessen.

ALLAH hat bestimmte Dinge Seiner Schöpfung besonders erwählt. Er hat unter den Engeln und unter den Menschen Botschafter erwählt. Von allem Gesagtem hat Er das Gedenken an Ihn auserwählt (Dhikr). Er erwählte von der Erde die Moscheen, von den Monaten den Ramadaan und die heiligen Monate, von den Tagen den Freitag und von den Nächten die Nacht der Bestimmung (Laylat-ul-Qadr). So würdigt, was ALLAH uns zu würdigen befohlen hat. Menschen mit Verstand und Weisheit würdigen, was ALLAH uns zu bewundern befohlen hat. (Zusammengefaßt aus dem Tafsir von Ibn Kathir, möge ALLAH ihm gnädig sein. Tafsir der Sure At-Tauba, Ayah 36).

Die Vorzüge vermehrten freiwilligen Fastens im Monat Muharram

Abu Huraira (möge ALLAH mit ihm zufrieden sein) sagte:

„Der Gesandte ALLAHs (ALLAHS Friede und Segen auf ihm) sagte: `Das beste Fasten nach dem Ramadaan ist das Fasten in ALLAHs Monat Muharram.` “ (Überliefert von Muslim, 1982)

Der Ausdruck `ALLAHs Monat` betont noch einmal die Wichtigkeit dieses Monats. Al-Qaari sagte: „ Offensichtlich ist damit der ganze Monat Muharram gemeint.“ Es ist aber bewiesen, daß der Prophet (ALLAHs Friede und Segen auf ihm) niemals einen ganzen Monat lang gefastet hat, abgesehen vom Ramadaan. So soll dieser Hadith eher dazu auffordern, während des Monats Muharram öfter zu fasten als sonst, aber nicht während des gesamten Monats.

Es wird überliefert, daß der Prophet (ALLAHs Friede und Segen auf ihm) am meisten im Monat Scha´baan gefastet hat. Deshalb ist es anzunehmen, daß die Offenbarung über den Wert des Monats Muharram erst kurz vor seinem Lebensende zu ihm kam, so daß er nicht mehr in der Lage war, in diesem Monat zu fasten. (Schar al-Nawawi `ala Sahih Muslim).

ALLAH erwählt Zeiten und Orte nach Seinem Willen

Al-`Izz ibn `Abd al-Salaam (möge ALLAH ihm gnädig sein) sagte:

„Zeiten und Orte können auf zweierlei Arten einen bevorzugten Rang haben, in weltlicher Hinsicht oder in religiöser / spiritueller Hinsicht. Bezüglich des Letzteren ist es so, daß ALLAH uns seine Großzügigkeit zukommen läßt, indem Er uns für gute Taten eine besonders große Belohnung zukommen läßt, wie zum Beispiel die besondere Belohnung für das Fasten im Ramadaan verglichen mit dem Fasten zu anderen Zeiten. Genauso ist es mit dem Fasten am Tag von Aschura, dessen Wert wir ALLAHs Großzügigkeit und Freundlichkeit gegenüber Seinen Dienern verdanken. …“ (Qawaa`id al-Ahkaam, 1/38)

Aschura in der Geschichte

Ibn `Abbas (möge ALLAH mit ihm zufrieden sein) sagte:

„Der Prophet (ALLAHs Friede und Segen auf ihm) kam nach Medina und sah die Juden am Tag von Aschura fasten. Er fragte: `Warum tut ihr das?` Sie antworteten: `Dies ist ein guter Tag, es ist der Tag, an dem ALLAH die Kinder Israels vor ihren Feinden rettete, deshalb fastete Musa an diesem Tag.` Er sagte: ` Wir haben mehr Anrecht auf Musa als ihr,` so fastete er an diesem Tag und wies die Muslime an, an diesem Tag zu fasten.“ (Überliefert von al-Bukhari, 1865)

In einem Bericht, den Muslim überlieferte, heißt es, die Juden sagten: „Dies ist ein großer Tag, an welchem ALLAH Musa und sein Volk gerettet hat und Pharao und dessen Volk ertrinken ließ.“ „Musa fastete an diesem Tag“, dazu heißt es in einem anderen Hadith, den Muslim überlieferte:

„…aus Dankbarkeit gegenüber ALLAH, deshalb fasten wir an diesem Tag.“

In einer anderen Überlieferung von Al-Bukhari heißt es: „…so fasten wir an diesem Tag um ihn zu würdigen.“

In einer von Imam Ahmad überlieferten Version steht zusätzlich: „Dies ist der Tag, an dem die Arche auf dem Berg Judi landete, so fastete Nuh an diesem Tag aus Dankbarkeit.“

„…und wies die Muslime an an diesem Tag zu fasten,“ heißt es in einem anderen Hadith, überliefert von al-Bukhari: „Er sagte zu seinen Gefährten: `Ihr habt mehr Anrecht auf Musa als sie, also fastet an jenem Tag.`“

Das Fasten am Tag von Aschura war schon in der Zeit der Jaahilijja bekannt, vor der Sendung des Propheten (ALLAHs Friede und Segen auf ihm). Es wird berichtet, daß A`ischa (möge ALLAH mit ihr zufrieden sein) sagte: „Die Leute der Jaahilijja fasteten gewöhnlich an diesem Tag…“ Al-Qurtubi sagte: „Vielleicht fasteten die Quraisch an jenem Tag aufgrund eines früheren Gesetzes, zum Beispiel das von Ibrahim, Friede auf ihm.“

Außerdem ist bekannt, daß der Prophet (ALLAHs Friede und Segen auf ihm) schon in Mekka am Tag von Aschura gefastet hat, bevor er nach Medina ausgewandert ist. Als er nach Medina auswanderte, sah er die Juden diesen Tag feiern, er fragte sie nach dem Grund und sie antworteten wie in dem obigen Hadith beschrieben. Er wies die Muslime an, sich von den Juden zu unterscheiden, die den Tag als Feiertag gestalteten; das wird in dem Hadith von Abu Musa (möge ALLAH mit ihm zufrieden sein) berichtet:

„Für die Juden war der Tag von Aschura ein Feiertag [nach einer Überlieferung von Muslim: der Tag von Aschura wurde von den Juden in Form eines Feiertages gewürdigt. Nach einem anderen Bericht, ebenfalls von Muslim überliefert: die Menschen von Khaybar (die Juden) gestalteten es als Feiertag und ihre Frauen trugen an jenem Tag ihren Schmuck und ihre Symbole]. Der Prophet (ALLAHs Friede und Segen auf ihm) sagte: `Ihr sollt an jenem Tag fasten.`“ (Überliefert von al-Bukhari)

Das Fasten am Tag von Aschura war ein Schritt in dem Prozess, das Fasten als vorgeschriebene Verpflichtung in den Islam einzuführen. Fasten erschien in drei Formen. Als der Gesandte ALLAHs (ALLAHs Friede und Segen auf ihm) nach Medina kam, hielt er die Muslime dazu an, an drei Tagen jeden Monats zu fasten und am Tag von Aschura. Dann machte ALLAH das Fasten zur Verpflichtung, indem Er sagte:

„…das Fasten ist euch vorgeschrieben…“ (2:183).

Die Verpflichtung wurde vom Fasten am Tag von Aschura auf das Fasten im Ramadaan übertragen. Dies ist ein Beweis aus dem Bereich des Usul al-Fiqh, daß es möglich ist eine leichtere Pflicht aufzuheben, indem sie durch eine schwerere ersetzt wird.

Bevor die Pflicht zum Fasten am Tag von Aschura aufgehoben wurde, war sie also eine wirkliche Pflicht. Das wird ganz deutlich aus der Anweisung Muhammads (ALLAHs Friede und Segen auf ihm). Sie wurde auch noch dadurch bestätigt, daß der Befehl, an diesem Tag zu fasten, eine allgemeine Anweisung und an alle Muslime gerichtet war. Eine weitere Bestätigung erhielt diese Pflicht dadurch, daß sogar Mütter angewiesen wurden, ihre Säuglinge an diesem Tag nicht zu stillen. Ibn Masud berichtet, daß das Fasten am Tag von Aschura aufgehoben  wurde, als das Fasten im Ramadaan zur Pflicht wurde. Es war dananch keine Pflicht mehr, an diesem Tag zu fasten, aber es ist immer noch sehr wünschenswert (mustahabb).

Die Vorzüge des Fastens am Tag von Aschura

Ibn `Abbaas (möge ALLAH mit ihnen beiden zufrieden sein) sagte:

„Ich habe den Gesandten ALLAHs (ALLAHs Friede und Segen auf ihm) an keinem anderen Tag so versessen aufs Fasten gesehen wie an diesem Tag, und er hat keinen Tag mehr bevorzugt als diesen Tag, den Tag von Aschura und diesen Monat, den Monat Ramadaan.“ (Überliefert von Bukhari, 1867)

Die Bedeutung dieses „versessen sein“ ist, daß er bestrebt war, an jenem Tag zu fasten, um die Belohnung dafür zu bekommen. Der Prophet (ALLAHs Friede und Segen auf ihm) sagte:

„Das Fasten am Tag von Aschura, so hoffe ich, wird ALLAH als Wiedergutmachung für das vergangene Jahr akzeptieren.“ (Überliefert von Muslim, 1976)

Das ist ALLAHs Großzügigkeit: für einen gefasteten Tag vergibt Er uns unsere Sünden eines ganzen Jahres. Und ALLAH besitzt die größte Großzügigkeit.

Wann ist Aschura?

An-Nawawi (möge ALLAH ihm gnädig sein) sagte:

„Aschura und Tasu`a sind laut Büchern über die Arabische Sprache zwei verlängerte Namen, die Vokale werden lang ausgesprochen. Unsere Gefährten sagten: Aschura ist der zehnte Tag des Monats Muharram und Tasu`a ist der neunte Tag. Das ist unsere Meinung und die der Mehrheit der Gelehrten. Das geht aus dem Hadith offensichtlich hervor und so verstehen wir ihn. Und so verstehen ihn auch üblicherweise die Sprachgelehrten.“ (al-Majmuu`) Aschura ist ein islamischer Name und war zur Zeit der Jahiliyya unbekannt. (Kashshaf al- Qinaa`, Teil 2, Fasten im Muharram)

Ibn Qudaamah (möge ALLAH ihm gnädig sein) sagte:

„Aschura ist der zehnte Tag des Monats Muharram. Das ist die Meinung von Said ibn al- Musayyb und al-Hasan. Ibn Abbas berichtete: „Der Gesandte ALLAHs (ALLAHs Friede und Segen auf ihm) wies uns an, am Tag von Aschura zu fasten, dem zehnten Tag im Monat Muharram.“ (Überliefert von Tirmidhi, welcher sagte, es sei ein Hadith sahih hasan.)

Es wird berichtet, daß Ibn Abbas gesagt habe: der neunte, und daß der Prophet (ALLAHs Friede und Segen auf ihm) üblicherweise am Neunten fastete. (Überliefert von Muslim.)

`Ataa` berichtet, daß er gesagt habe: „Fastet den Neunten und den Zehnten und seid nicht wie die Juden.“ Auf dieser Grundlage können wir sagen, daß es sehr wünschenswert ist, am Neunten und am Zehnten zu fasten. Das sagen Ahmad und Ishaaq.

Es ist wünschenswert an Tasu`a und am Aschura zu fasten sagt auch Abd-Allah ibn Abbas (möge ALLAH mit beiden zufrieden sein):

„Als der Gesandte ALLAHs (ALLAHs Friede und Segen auf ihm) am Tag von Aschura fastete und die Muslime aufrief, es ebenfalls zu tun, sagten sie: `Oh Gesandter ALLAHs, es ist der Tag, den die Juden und die Christen würdigen.` Der Gesandte ALLAHs (ALLAHs Friede und Segen auf ihm) erwiderte: `Wenn ich das nächste Jahr noch erlebe, so ALLAH will, werden wir am neunten Tag fasten.` Aber es geschah, daß der Gesandte ALLAHs (ALLAHs Friede und Segen auf ihm) noch vor dem nächsten Jahr starb.“ (Überliefert von Muslim, 1916)

Al-Schafi`i und seine Gefährten, Ahmad und Ishaaq, sagten: „Es ist wünschenswert an beiden Tagen, dem neunten und dem zehnten, zu fasten, weil der Prophet (ALLAHs Friede und Segen auf ihm) am Zehnten fastete und vorhatte, auch am Neunten zu fasten.“

So kann man sagen, daß es für das Aschura-Fasten verschiedene Grade gibt, der geringste ist, nur am zehnten Tag zu fasten und der höchste ist, auch am neunten Tag zu fasten. Je mehr man im Muharram fastet, umso besser.

Gründe, warum es wünschenswert ist, auch am Tasu`a zu fasten

An-Nawawi (möge ALLAH ihm gnädig sein) sagte: „Die Gelehrten – unsere Gefährten und andere – geben mehrere Gründe dafür an, daß das Fasten am Tasu`a wünschenswert ist:

1) Die Absicht sich von den Juden zu unterscheiden, die nur den zehnten Tag würdigen. Diese Meinung wurde von Ibn Abbas überliefert.

2) Die Absicht, dem Fasten von Aschura noch einen Tag hinzuzufügen, vergleichbar mit dem Verbot, allein an einem Freitag zu fasten, was al-Khatabi und andere anmerkten.

3) Um auf der sicheren Seite zu sein, daß man auch wirklich am zehnten Muharram fastet, falls es einen Irrtum bei der Mondsichtung am Monatsanfang gegeben hat und der Neunte in Wirklichkeit schon der Zehnte ist.“

Der stärkste dieser Gründe ist der, sich von den Leuten der Schrift zu unterscheiden. Scheik al- Islam ibn Taymiya (möge ALLAH ihm gnädig sein) sagte:

„Der Prophet (ALLAHs Friede und Segen auf ihm) verbot das Nachmachen der Leute der Schrift in zahlreichen Hadithen, z.B. mit der Aussage: `Wenn ich das nächste Jahr noch erlebe, so ALLAH will, werden wir am neunten Tag fasten.` “ (al-Fatawa al-Kubra, Teil 6, Sadd al-Dharaa`i al- Mufdiya ila`l-Mahaarim)

In seinem Kommentar zu diesem Hadith sagte Ibn Hajar (möge ALLAH mit ihm zufrieden sein): „Was er damit gemeint hat, am neunten Tag zu fasten, war nicht, daß er nur an diesem Tag fasten wollte, sondern ihn dem zehnten Tag hinzuzufügen, entweder, um auf der sicheren Seite zu sein oder um sich von den Juden und Christen zu unterscheiden, was wahrscheinlicher ist. Das können wir auch aus einigen anderen Berichten schließen, die Muslim überliefert hat.“ (Fath, 4/245)

Das Fasten ausschließlich am Tag von Aschura

Scheikh al-Islam sagte: „Das Fasten am Tag von Aschura ist eine Wiedergutmachung für ein Jahr, und es ist nicht unbeliebt (makruh) nur an diesem Tag zu fasten…“ (al-Fatawa al-Kubra, Teil 5). Im Tuhfat al-Muhtaaj von Ibn Hajar al-Haytami steht: „Es ist nichts Falsches am Fasten ausschließlich am Aschura.“ (Teil 3, Baab Saum al-Tatawwu`).

Das Fasten am Tag von Aschura wenn er auf einen Sonnabend oder Freitag fällt

Al-Tahhaawi (möge ALLAH ihm gnädig sein) sagte:

„Der Gesandte ALLAHs (ALLAHs Friede und Segen auf ihm) erlaubte uns am Tag von Aschura zu fasten und drängte uns sogar dazu. Er sagte nicht, daß wir es unterlassen sollten, falls Aschura auf einen Sonnabend fällt. Das weist darauf hin, daß alle Tage der Woche eingeschlossen sind. Unserer Ansicht nach – und ALLAH weiß es am besten- wäre es sogar so, daß wir in diesem Falle (wenn es ein Verbot, am Sonnabend zu fasten, gäbe) diesen Tag nicht würdigen würden und uns des Essens, Trinkens und Geschlechtsverkehrs enthalten würden, wie die Juden. Denn wenn jemand am Sonnabend fastet ohne diesen Tag zu würdigen, und nicht weil es ein gesegneter Tag für die Juden ist, dann ist das nicht unbeliebt…“ (Muschkil al- Aathaar, Teil 2, Baab Saum Yaum al-Sabt)

Der Autor des al-Minhaj sagte:

„ `Es ist unbeliebt nur an einem Freitag zu fasten…` Aber es ist nicht länger unbeliebt, wenn du ihm noch einen Tag anfügst, so wird es in richtigen Hadithen berichtet. Eine Person darf aber nur an einem Freitag fasten, wenn ihr gewohntes Fasten auf den Freitag fällt, oder wenn es ein Fastentag für einen Schwur ist, oder wenn die Person ein Pflichtfasten nachholt, das steht auch in einem Hadith sahih. „

Al-Schari sagt in Tuhfat al-Muhtaaj:

„`..wenn es mit einem gewohnten Fasten zusammenfällt..`- das heißt, wenn die Person z.B. alle drei Tage fastet und einer dieser Tage fällt auf einen Freitag.

`..wenn es ein Fastentag für einen geleisteten Schwur ist, etc.` – die Erlaubnis gilt auch für das Fasten, das man laut Schari`a zu leisten hat, und es gilt für Aschura und den Tag von `Arafa.

(Tuhfat al-Muhtaaj, Teil 3, Baab Saum al-Tatawwu`)

Al-Bahuti (möge ALLAH ihm gnädig sein) sagte:

 „Es ist unbeliebt, sich nur den Sonnabend zum Fasten auszusuchen, laut dem Hadith von `Abd-Allah ibn Bischr, welcher von seiner Schwester berichtete: „Fastet nicht an einem Sonnabend, außer im Falle eines Pflichtfastens.“ (überliefert von Ahmad mit einer gesunden Überlieferungskette und von Hakim, der sagte: nach den Bedingungen von al-Bukhari).

Außerdem ist das ein Tag, den die Juden ehren, also gleicht ihnen derjenige, der sich den Sonnabend als Fastentag aussucht….außer, wenn Freitag oder Sonnabend mit einem Tag zusammentreffen, den die Muslime üblicherweise fasten, wenn z.B. der Tag von `Arafa oder Aschura auf einen Freitag oder Sonnabend fallen. Dann ist es nicht unbeliebt, denn die Gewohnheit eines Menschen hat schon einen gewissen Wert.“ (Kashshaaf al-Qinaa`, Teil 2, Baab Saum al-Tatawwu`)

Was ist zu tun, falls Unsicherheit über den Monatsbeginn besteht

Ahmad sagte: „Falls über den Beginn des Monats Unsicherheit besteht sollte man drei Tage fasten, um sicher zu sein, am neunten und zehnten gefastet zu haben.“ (al-Mughni von Ibn Qudaama, Teil 3, – al-Siyaam- Siyaam Aschura).

Wenn jemand nicht sicher ist, wann der Muharram angefangen hat, so soll er davon ausgehen, daß der Dhul Hijja dreißig Tage hatte – was die Regel ist – und er soll am neunten und zehnten Tag fasten. Wenn er auch noch sicher sein möchte, am neunten Tag gefastet zu haben, so soll er den achten, neunten und zehnten Tag fasten (falls Dhul Hijja nur neunundzwanzig Tage hatte kann er sicher sein, Tasu`a und Aschura gefastet zu haben).

Das Fasten an Aschura ist keine Pflicht, sondern wünschenswert, deshalb sind die Menschen auch nicht verpflichtet, die Sichtung des Neumondes von Muharram durchzuführen, wie es beim Ramadaan und Schawwal der Fall ist.

Wofür ist das Fasten an Aschura eine Wiedergutmachung?

Imam al-Nawawi (möge ALLAH ihm gnädig sein) sagte: „ Es macht alle kleinen Sünden wieder gut, d.h., es bringt Vergebung für alle Sünden außer den großen.“ Er fuhr fort:

„Das Fasten am Tag von `Arafa bringt Vergebung für zwei Jahre, und das am Tag von Aschura für ein Jahr. Wenn jemand `Amin`sagt und dies mit dem `Amin`der Engel zusammentrifft, so sind ihm alle seine begangenen Sünden vergeben….All diese Dinge bringen Vergebung. Ist Wiedergutmachung für kleine Sünden notwendig, so wird diese Art von Wiedergutmachung akzeptiert. Wenn gar keine Sünden, kleine oder große, vorliegen, so werden dem Muslim zusätzliche gute Taten angeschrieben und er wird in seinem Rang erhöht…. Hat jemand große Sünden begangen, aber keine kleinen, so hoffen wir darauf, daß ihm die großen Sünden etwas verringert werden.“ (al-Majmu` Scharh al-Muhadhdhab, Teil 6, Saum Yaum `Arafa)

Scheikh al-Islam ibn Taymiya (möge ALLAH ihm gnädig sein) sagte: „Rituelle Reinigung, Gebet und Fasten im Ramadaan, am Tag von `Arafa und an Aschura macht nur kleine Sünden wieder gut.“ (al-Fatawa al-Kubra, Teil 5)

Sich zu sehr auf die Belohnung für das Fasten verlassen

Manche Leute täuschen sich, wenn sie sich zu sehr auf solche Sachen wie das Fasten am Tag von Arafa oder Aschura verlassen. Sie sagen sich `Fasten am Tag von Aschura macht ja meine Sünden für ein ganzes Jahr gut und Fasten am Tag von Arafa bringt mir noch zusätzliche Belohnung`. Ibn al-Qayyim sagt dazu:

„Diese irregeleitete Person weiß nicht, daß das Fasten im Ramadaan und das fünfmalige Gebet am Tag viel wichtiger sind als die beiden Fastentage Aschura und Arafa. Das Fasten im Ramadaan hebt alle Sünden zwischen zwei Ramadaan auf, das Freitagsgebet alle Sünden zwischen zwei Freitagen, solange man keine großen Sünden begeht. Wenn man große Sünden begeht, werden auch die kleinen nicht aufgehoben.

Es gibt unter den irregeleiteten Leuten sicher einige, die glauben, ihre guten Taten überwögen ihre Sünden. Sie bemerken ihre schlechten Taten gar nicht oder denken nicht darüber nach. Ihre guten Taten machen sie sich aber bewußt und verlassen sich auf sie. So wie jemand, der ALLAHs Vergebung erwartet, weil er ALLAH preist und hundertmal am Tag `Subhanallah`sagt, aber dann lästert er über seine Brüder und beschmutzt ihre Ehre. Oder er spricht den lieben langen Tag über Dinge, die ALLAH überhaupt nicht gefallen. Diese Leute erinnern sich immer an die Vorzüge der Lobpreisung ALLAHs, aber sie vernachlässigen die Aussagen über das Lästern, das Beschmutzen der Ehre, das Lügen und anderer Sünden, die wir mit der Zunge begehen können. Diese Leute sind vollkommen irregeleitet.“ (al-Mausu`ah al- Fiqhiyyah, Teil 31, Ghuruur)

Das Fasten an Aschura, wenn man noch Tage vom Ramadaan nachzuholen hat

Die Rechtsschulen unterscheiden sich in ihren Regelungen bezüglich des freiwilligen Fastens bevor man nachzuholende Tage gefastet hat. Die Hanafiten sagen, freiwillige Fastentage vor dem Nachholen der Pflichtfastentage sind erlaubt; sie sind auch nicht unbeliebt, denn es ist nicht vorgeschrieben, verpaßte Fastentage aus dem Ramadaan sofort nachzuholen. Die Malikiten und Schafiiten sagen, es ist erlaubt, aber unbeliebt, denn es bedeutet, daß man eine Pflicht auf die lange Bank schiebt. Al-Dusuqi sagt:

„Es ist unbeliebt, ein freiwilliges Fasten zu verrichten, wenn man noch ein Pflichtfasten zu erledigen hat, z.B. ein Fasten für einen Schwur, ein verpaßtes Pflichfasten oder ein Fasten zur Wiedergutmachung (Kaffaara). Das gilt auch für freiwillige Fastentage, die in der Schari`a besonders hervorgehoben werden, wie Aschura oder der neunte Tag von Dhul Hijja. So ist die korrekteste Meinung.“

Die Hanbalis sagen, es ist verboten freiwillig zu fasten, bevor man alle verpaßten Tage aus dem Ramadaan nachgeholt hat, und daß so ein Fastentag sogar ungültig sei, auch wenn noch reichlich Zeit ist, die Pflichtfastentage nachzuholen. Man muß dem Pflichtfasten den Vorrang geben bis man alle vollzogen hat. (al-Mawsu`ah al-Fiqhiyyah, Teil 28, Saum al-Tatawwu)

Die Muslime sollten sich mit dem Nachholen verpaßter Ramadaantage beeilen, dann können sie beruhigt auch den Tag von Arafa und Aschura fasten. Fastet jemand einen dieser beiden  Tage mit der am Vorabend gefaßten Absicht, ein Pflichtfasten nachzuholen, wird das sein verpaßtes Fasten ausgleichen. ALLAHs Großzügigkeit ist unermeßlich.

Verbreitete Bid`a (Neuerungen) an Aschura

Scheikh al-Islam Ibn Taymiya wurde zu einigen Dingen befragt, die die Muslime am Aschuratag tun, wie das Tragen von Kuhl, Ghusl machen, Henna auftragen, gegenseitiges Händeschütteln, Getreide kochen, Freude zeigen und so weiter. Ist eins von diesen Dingen über den Propheten (ALLAHs Friede und Segen auf ihm) in authentischen Hadithen überliefert worden oder nicht?

Wenn nicht, sind diese Dinge dann Bid`a? Gibt es eine Grundlage für das, was die andere Gruppe tut, wie Weinen und Jammern, absichtlich Dursten, Lob- und Klagelieder singen, exzessives Rezitieren und Zerreissen der Kleidung?

Seine Antwort war:

„Gelobt sei ALLAH, der Herr der Welten. Nichts dergleichen wurde über den Propheten (ALLAHs Friede und Segen auf ihm) oder seine Gefährten in authentischen Hadithen überliefert. Kein Imam der Muslime fordert zu so etwas auf. Kein vertrauenswürdiger Gelehrter hat so etwas je erzählt, weder über den Propheten (ALLAHs Friede und Segen auf ihm) noch über die Sahaaba, noch über deren Nachfolger. Es steht weder in authentischen noch in schwachen Hadithen. Auch nicht in den wahren Büchern, der Sunna oder den Musnads. In den guten, ersten Jahrhunderten war soetwas nicht bekannt. Später aber tauchten Hadithe auf, in denen stand: `Wer am Tag von Aschura Khul in seine Augen macht, wird das ganze Jahr keine Augenleiden bekommen, und wer an diesem Tag Ghusl macht, wird das ganze Jahr nicht krank.` Erzähler erfanden Hadithe und ordneten sie dem Propheten (ALLAHs Friede und Segen auf ihm) zu, auch diesen: `Wer amTag von Aschura freigiebig zu seiner Familie ist, dem gegenüber ist ALLAH das ganze Jahr freigiebig.` Dem Propheten solche Sachen zuzuordnen gleicht einer Lüge über ihn.“

Ibn Taymiyah (möge ALLAH ihm gnädig sein) geht dann kurz auf die Schwierigkeiten in den frühen Tagen der Ummah ein und auf die Ermordung Hussains (möge ALLAH mit ihm zufrieden sein), und auf die Reaktion der verschiedenen Sekten darauf. Er sagte:

„Eine unwissende, fehlgehende Gruppe – entweder Neuerer und Heuchler oder Fehlgeleitete – machte aus ihrer Verbundenheit zu ihm und seiner Familie eine wahre Show. Sie gestalteten den Tag mit Jammern und Wehklagen und vollzogen öffentlich Rituale aus der Zeit der Unwissenheit, wie das Nackenschlagen und Zerreissen der Kleider und lautes Geheule….der Satan machte das den Irregeleiteten schmackhaft, so wurde der Tag Aschura für sie zum Tag des Jammerns, an dem sie weinen und wehklagen, todtraurige Gedichte vortragen und Geschichten voller Lügen erzählen. Auch wenn teilweise wahre Dinge in diesen Geschichten vorkommen, so dienen sie doch nur dazu, das Gefühl der Trauer und der Sektenangehörigkeit zu verstärken. Sie heizen den Hass und die Vorurteile gegenüber anderen Muslimen an, indem sie die, die früher gelebt haben, verfluchen….Das Schlechte und der Schaden, den diese Leute den Muslimen antun,sind unermeßlich.

Andere – entweder Naasibis, die Hussain und seiner Familie feindlich gesonnen waren, oder dumme Leute, welche Übles mit Üblem, Korruption mit Korruption, Lügen mit Lügen oder Bid`a mit Bid`a bekämpfen wollten – setzten ihnen erfundene Berichte entgegen, die den Tag von Aschura zu einem Feiertag machten, an dem sie Khul und Henna auftrugen, ihren Kindern Geld schenkten, besondere Gerichte kochten und andere Dinge taten, die man zu Feiertagen zu tun pflegte. Diese Leute gestalteten den Tag von Aschura als Fest, wie Id, während die anderen es als Trauertag ansahen.

Beide Auffassungen sind falsch und gegen die Sunna, wobei die Gruppe des Trauertages schlimmer ist in ihrer Absicht, Dummheit und ihrem Irrtum… Weder der Prophet (ALLAHs Friede und Segen auf ihm) noch seine Nachfolger (die rechtschaffenen Kalifen) taten irgendetwas dieser Art am Tag von Aschura. Sie machten weder einen Trauer- noch einen Feiertag daraus…

Die anderen Dinge, also das Kochen spezieller Gerichte, mit oder ohne Getreide, das Anziehen neuer Kleider, Geldgeschenke an die Familie, Großeinkäufe, das Verrichten spezieller Gottesdienste wie besondere Gebete oder freiwilliges Schlachten, das Auftragen von Khul und Henna, Ghusl machen, gegenseitiges Händeschütteln, gegenseitige Besuche, Besuche der Moscheen und Gräber und so weiter….all das stellt eine Neuerung dar und ist falsch. Nichts davon hat mit der Sunna des Gesandten ALLAHs (ALLAHs Friede und Segen auf ihm) zu tun oder mit dem Weg seiner Nachfolger. Kein Imam der Muslime hat dem jemals zugestimmt, nicht Malik, nicht al-Thauri, nicht al-Layth ibn Sa`d, nicht Abu Hanifa, nicht al-Auzaa`i, nicht al-Schaafi`i, nicht Ahmad ibn Hanbal, nicht Ishaaq ibn Raahauayh, kein einziger der Imame und Gelehrten der Muslime.“ (Al-Fataawa al-Kubra von Ibn Taymiyah)


Die Liebe zu Allah

Imam Ibnul Qayyim

Ibn ul Qayyim erwähnte 10 Ursachen, welche zu der Liebe Allahs gegenüber Seinen Dienern und der Liebe Seines Dieners gegenüber seinem Herr führen (Diese zehn sind):

1. Das Rezitieren des Qur´ans, während man über seine Bedeutungen nachdenkt und sich Gedanken darüber macht, was genau damit gemeint ist.

2. Sich Allah zu nähern, indem man freiwillige Taten nach den obligatorischen Taten vollzieht.

Dies ist so, wie es in dem Hadith Qudsi steht: „Mein Diener fährt fort sich Mir zu nähern, indem er freiwillige Taten vollzieht, bis Ich ihn liebe.“ (Überliefert von Buchary)

3. Die ständige Erinnerung an Allah unter allen Umständen mit der Zunge, dem Herzen und den taten. Die Größe der Liebe eines jeden gegenüber Allah wird von diesen Dingen bestimmt. (mehr …)